Abends

Tratsch... "Habt ihr schon von dem Drachen gehört...?"

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Abends

Beitragvon BM Bellatrix Nalani Windklang aus Vesper » So, 06. Jul 2014 22:44

Kerzenlicht flackerte im Dunkel des Raumes und erkämpfte sich mühselig die Oberhand gegen die Finsternis, die jene Nacht wieder in sich barg. Nalani beugte sich, den Kopf in den Händen vergraben, über den Stadtbüchern von Vesper. Die schlampige Buchhaltung der letzten Jahre bereitete ihr fast so viel Kopfzerbrechen wie die gähnende Leere der Stadtkasse. Sie hatte sich um Notbesoldung der Wachen gekümmert, doch ein paar lumpige Millionen Goldstücke würden Vesper nicht lange flüssig halten können.

Sie schlug das Buch zu. Mit den Armen umschlang sie ihren Körper. Sie hatte gar nicht bemerkt dass sie fror. Die Nächte waren kurz geworden für sie und man konnte ihr die Erschöpfung ansehen. Mit einem knarren öffnete sie die Tür ihres Tavernenzimmers in Vesper und der Dunst von frischen Braten umspielte ihre Nase. Sie hatte sich in der Taverne eingerichtet, seit Akata verschwunden war, wollte sie nicht allein in ihrem Haus sein.
Sie hatte sie gesucht, doch nicht finden können. Die Stadtwachen wussten bescheid und Nalani hatte die Gedanken beiseite geschoben dass ihr etwas passiert sein mochte. Wie für Füchse so übrig dachte sie wohl dass sie ein wenig durch die Lande zog...oder etwas anderes tat.
Nalani hatte selbst nie von ihren Reisen erzählt und so plötzlich wie es sie manchmal fortzog, aus welchen Gründen auch immer, unterstreichten den Fakt dass sie so etwas Akata niemals zum Vorwurf machen würde.

Nalani schüttelte den Gedanken ab und begab sich in den Schankraum. Sie rückte ihren feinen Leinenhut der Myra Persephone zurecht und straffte ihr filigranes beinahe durchsichtig schimmerndes grünes Seidenkleid.
Mit einem Fingerzeig deutete sie dem Wirt dass sie nun gern speisen wollen würde. Desweiteren bestellte sie etwas Rotwein.

"Ein wenig Entspannung, das brauch ich nun", dachte sie und lehnte sich auf den Magiertrohn der etwas abseits des munteren Treibens in der Mitte stand..
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Re: Abends

Beitragvon Akata Omobirin » Mo, 07. Jul 2014 13:18

Das Kerzenlicht brach sich in der flirrenden Geistergestalt der kleinen Füchsin, warf lange regenbogenfarbige Lichtflecke an die leicht vergilbten Tavernenwände.
Wie sie hier her gekommen war, wusste sie nicht.
Das schimmernde Licht wirkte wie ein Spiegel und vertrieb die Finsternis.
Neugierig schaute der runde Mond durch das Tavernenfenster.
Das mächtige Buch der Stadt Vesper lag zugeschlagen auf dem Tisch und ein einzelner Tropfen Wachs rann die Talgkerze hinab und tropfte auf die Tischplatte.

Aus den Augenwinkeln sah Akata einen grünen Schimmer durch die Türe huschen, dann schlug die Türe zum Schankraum zu.
Wie Seide knisterte es, als Akata nach der Türklinke griff, doch ihre Pfote griff durch sie hindurch.
Da wurde ihr vollends klar, was sie nun war.

Darum zögerte sie, den übervollen Schankraum durch die geschlossene Tür zu betreten.
Darum setzte sie sich auf Nalanis Bett.
Weit entfernt hörte man die große Standuhr im Standuhr.
Es war ein Uhr nachts.
Fast befürchtete Akata, sie würde hindurchfallen. Doch die weichen Laken und die tröstende Wärme schmiegte sich um sie, so dass sie sich zusammenrollte und bald darauf die Augen schloss.
Als sie schlief, wurde sie hinweggeweht und es blieb nichts von ihr übrig als ein Hauch glitzernder Geisterstaub auf den Laken.
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Re: Abends

Beitragvon Athiyk Delzakath aus Nirdana » Mo, 07. Jul 2014 23:42

Ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen nachdem die Holztür zugefallen war und er erkannte, wer da die Schenke soeben betreten hatte. Giftiggrüne Kleidung - verstörend und grell mochte sie besser beschreiben - und diese Aura von exzessivem Irrglauben eines fehlgeleiteten Wesens an ein völlig absurdes Geschöpf waren Markenzeichen der Jünger. Außerdem war sie die erst vor kurzer Zeit erst neu auserkorene Bürgermeisterin Vespers. Es gab keinerlei Zweifel. Nur irgendetwas an ihrer Ausstrahlung irritierte ihn.

Athiyk blickte durch das ölige Tavernenfenster zum Himmel. Er hasste es so oft hier sein zu muessen, in dieser Kaschemme gefüllt mit Luft und Menschen aus Alkohol und Tabak. Andererseits ..

Er strich mit der Hand sanft über den Fuchsschwanz, welcher in seinem halboffenen Rucksack verwahrt war. Seine Augen funkelten.
Nachdem er Zzil alles überbracht hatte, was sie begehrte, sollte er nun zum Abschluss ebenjener Person die.. frohe Kunde überbringen.

Dem Silberelfen war es egal, wen er ermordete, die Gründe, die Geschichten, die Personen, die Reaktionen. Warum sollte er sich mit solcherlei Unsinn belasten?
Dennoch hatte der Fakt, als solch hohes Wesen solch eine riskante Beziehung einzugehen, etwas reizbares. Wie würde sie wohl reagieren?

Er war zwar der Vollstrecker, doch der wahre Mörder saß woanders - sich wahrscheinlich gerade an Herz und Leber des Opfers labend.
Als Kriegerin des gleichen Berufstandes - auch wenn nur im tiefsten Inneren und versuchte es zu vertuschen - sollte sie das zwar wissen, aber sie scheint sowieso nicht ganz bei Sinnen zu sein. Wer weiß.

Er zuckte mit den Schultern, schloss seinen Rucksack, richtete den Säbel an seinem Gürtel noch einmal und murmelte schwach in seine Maske.


Udos orn kyorl vel'bol l'isto orn sila.

Ewige Nacht bedeutet ewiger Tod.

Nachtzeit. Jagdzeit. Blutzeit. Orthae Isto, Buki Isto
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Re: Abends

Beitragvon Akata Omobirin » Di, 08. Jul 2014 12:55

Ein Kelch mit blutrotem Wein rutschte über die Tischplatte und fiel scheppernd zu Boden.
Wie Blut benetzte der Trank die glänzenden Stiefel des unheimlichen Silberelfen.

Der Blick aus seinen tiefschwarzen Augen war auf Nalani gerichtet.
Seine Haut war so weiß wie frischgefallener Schnee, und deutlich konnte man Säbel und Bogen erkennen, mit denen er bewaffnet war.

Niemand konnte den Grund ausmachen, aus dem der Wein so plötzlich gefallen war, nur aufmerksamen Betrachtern fiel ein leichtes Schimmern glitzernden Staubes ins Auge, welches fein wie Puder den schmutzigen Tisch bedeckte.
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